Besuch aus Sydney (Australien)
















Die Stolpersteine für Adele und Luise Nordheim, die der Künstler Gunter Demnig im August vorigen Jahres verlegt hatte und der Eintrag ihrer Namen auf dieser Webseite waren ein Grund für die Australierinnen Gillian Simon und ihrer Schwester Ingrid nebst Ehemännern, Geldern zu besuchen.


Auf der anderen Seite der Erdkugel hatte die 54- jährige Gillian in ihrem Büro in Sydney viel Zeit und Mühen in die Erforschung ihrer Vergangenheit gesteckt. Ihr Vater Hans Alex Simon war im Alter von 10 Jahren mit seiner Mutter aus dem damaligen Breslau vor den Nazis nach Australien geflüchtet.

Ihr Großvater David Nordheim hatte zwei Mal geheiratet. Mit seiner zweiten Ehefrau Henriette hatte er auf dem Westwall 6 in Geldern gewohnt. Hier wurden die Kinder Adele und Luise geboren. Die Schwestern waren vor der Verfolgung durch die Nazis nach Holland geflüchtet . Sie wurden dort aber aufgegriffen und ins Camp Westerbork gesteckt . Beide sind dann im  Alter von 36 bzw. 39 Jahren in Auschwitz ermordet worden.


Nach einem herzlichen Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen besuchten die Gäste aus Australien, begleitet von den Paten der beiden Stolpersteine, dem Ehepaar Guido und Elisabeth Heekerens und Birgitta Freifrau von Twickel das Haus Westwall 6. Auch wenn das Haus im Krieg zerstört wurde, so erinnern die Stolpersteine doch noch  an ihre jüdischen Bewohner und - so sagen es ihre Cousinen selbst - sie sind ein Ort, an dem man sich ihrer erinnern kann.


Gillian Simon hatte noch viele Namen ihrer Vorfahren im Tablet- Computer gespeichert.

So führte der Weg dann zum jüdischen Friedhof auf dem Boeckelter Weg. Dank vorheriger Absprache konnte der Schlüssel in der Stadtverwaltung bei Frau Janssen abgeholt werden .


Ein ganzes Areal auf dem jüdischen Friedhof umfasst die Grabstätten der Familien Nordheim und Cain.

David Nordheim hatte Anfang der 1870er Jahre von Werl kommend in Geldern eine Schuhfabrik gegründet und gehörte schnell zu den wohlhabensten jüdischen Bürgern Gelderns.  Verheiratet war er in erster Ehe mit der in Geldern geborenen Henriette Cain. Das Paar hatte zehn Kinder: Julie (geb. 1857, verheiratete Simon), war die umnittelbare Verwandte von Gillian und Ingrid.  Auf die Grabstätten der Verwandten wurde nach jüdischem Brauch je ein Stein abgelegt.


Der Besuch aus Australien war für alle ein emotionales, unvergessliches  Erlebnis.

Der Kontakt zu Gillian Simon, ihrer Schwester Ingrid Atkins und deren netten Ehemännern wird nicht abreißen .... 



Die Rheinische Post berichtete wenige Tage später von dem Besuch (   zum Bericht   )

 

Ein „Danke schön“  aus Königstein

S. Alberto Mautner bedankt sich in einem Brief bei den Paten für den STOLPERSTEIN, der an seine Großeltern , Eheleute Rothschild aus Geldern am Brühlschen Weg (jetzt Busbahnhof) erinnert.

Die Berufsbildungsinitiative  INTEGRA in Geldern erinnerte an das Schicksal von Claus Kaufann.

Er war am  07.04.1922 geboren und erlebte seinen 22. Geburtstag nicht mehr, da er  zwei Wochen vorher in Auschwitz ermordet wurde. Gerrit van Keulen,ein Heimatforscher aus Andijk in Nordlimburg (NL) erinnert auf seine Webseite an die Flucht und Verhaftung von Claus Kaufmann:


http://andijkernieuws.net/2014/04/29/struikelen-over-joodse-namen-hoe-een-jonge-joodse-man-in-andijk-werd-gearresteerd/#more-54121



Insgesamt drei ganz besonders interessante Schulstunden hatte die Klasse 4 A der Albert-Schweizer-Schule in Geldern. Die Klassenlehrerin, Frau Echelmeyer hatte Bernd Bianchi eingeladen, um den Kindern etwas über die messingfarbenen Plaketten zu erzählen, die an vielen Stellen in Geldern in dem Gehweg eingelassen sind. Mit viel Eifer aber auch Betroffenheit verfolgten die Kinder den Vortrag in der Klasse.Danach besuchten die Kinder noch drei STOLPERSTEINE und erfuhren etwas über die Synagoge, die einmal am Nordwall stand. Sie kennen nun die Geschichte von Rosalie Cain, die auf der Issumer Straße gewohnt hat und erfuhren, dass Moritz Gompertz am Neujahrstag 1943 ermordet wurde.


Fleißig putzten die Kinder die Steine wieder blank. 








STOLPERSTEINE - WO DIE GEDANKEN STOLPERN,NICHT DIE FÜSSE 


Auch bei de „großen“ Schülerinnen und Schülern war Bernd Bianchi gern zu Besuch.

Am  23.10.2014 besuchte er zwei 10. Schuljahreder Realschule am Westwall. Danke a die Lehrerin, Frau Schaffrath für die Einladung.


EinenNachschau gibt es auf der Seite der Realschule  hier 





Die evangelische Kirchengemeinde Geldern hatte im Rahmen des Offenen Forums zu einem Vortrag eingeladen.


Die Stühle waren schnell vergriffen und unter großer, interessierter Teilnahme vermittelte Bernd Bianchi die Geschehnisse vom Anfang der jüdischen Kultur bis zu ihrer schrecklichen Vernichtung  unter dem NS- Regime .

Viele persönliche Einzelschicksale Gelderner Nachbarinnen und Nachbarn jüdischen Glaubens machte die grausame Barbarei greifbar.