Geldern

Stolpersteine für Geldern

VON CORINNA KUHS - zuletzt aktualisiert: 13.12.2010 - 13:57

Geldern (RP) Nach der Gemeinde Issum werden nun auch in der Herzogstadt die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig verlegt. Sie machen traurige Geschichte sichtbar und erinnern an jüdische Opfer des Nationalsozialismus.







Künstler Gunter Demnig verlegt Stolpersteine – hier in Immigrath. Mehrere hundert Kommunen machen bei der Aktion mit. Archivfoto: viss

Sie sind ein Zeichen gegen das Vergessen und zugleich eine Mahnung, dass sich diese Art der Geschichte nie mehr wiederholen darf: die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. In den Boden eingelassen erinnern sie an Opfer des Nationalsozialismus. Nun soll auch Geldern solche Stolpersteine bekommen – dafür sprach sich der Kulturausschuss aus. Einen entsprechenden Antrag eingebracht hatte Bernd Bianchi (Die Grünen), der auch anbot, als Ansprechpartner und Verantwortlicher für die Aktion zu fungieren und Bürger zu informieren. Er wolle in Schulen gehen, um zu versuchen, "Jung und Alt mit in dieses für Geldern wichtige Projekt einzubeziehen".

Dass die Stolpersteine eine gute Sachen sind, darüber waren sich die Fraktionen einig. Kein Konsens herrschte aber bei der Vorgehensweise der Anbringung: FDP und CDU forderten, dass die Steine nur in die Bürgersteige vor den Häusern, in denen zur Nazizeit die Opfer wohnten, eingelassen werden, wenn die heutigen Besitzer zustimmen.

Die SPD befürchtete, dass dann Menschen vergessen würden, wenn sie keinen Stein bekämen. Sie wünscht außerdem, dass nicht nur für jüdische Opfer Steine gelegt werden, sondern damit auch behinderter, homosexueller oder aufgrund ihrer politischen Überzeugung Verfolgter gedacht werden sollte. Der Antrag der CDU, die Zustimmung der Bewohner einzuholen, kam mit den Stimmen der FDP durch. Pro Stolperstein ist ein Pate nötig, der knapp 100 Euro zahlt. Die Steine werden mithilfe des städtischen Bauhofes in den Boden gelassen. Die Verwaltung bezifferte die Kosten dafür insgesamt auf etwa 3300 Euro, die Fraktionen gehen allerdings davon aus, dass dies zu hoch gegriffen ist.

Zehn mal zehn Zentimeter

Geldern ist die dritte Gemeinde im Südkreis Kleve, die Stolpersteine verlegt. In Issum wurden an vier Orten derartige kleine Gedenkplatten im November eingelassen. Auf den knapp zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten steht der Name eines Menschen, der während des Zweiten Weltkrieges unter Herrschaft der Nationalsozialisten zu Tode gekommen ist. Die Steine werden vor dem jeweiligen früheren Wohnhaus der Opfer in den Boden gebracht. Nach Recherchen Bernd Bianchis sind 33 Juden aus Geldern deportiert und ermordet worden.

www.stolpersteine.com



 

„ Die maken uns alle kapott“


Auszug aus :


DER UNTERGANG DES JÜDISCHEN LEBENS IN GELDERN, ISSUM und STRAELEN

(Bernhard Keuck im Buch :“Juden in der Geschichte des Gelderlandes“ ISBN 3-921760-32-1)


Schon 5 Jahre vor dem Synagogenbrand am 09.11.1938 und noch sieben Jahre später mussten die Juden Deutschlands unter Verfolgung, Vertreibung,Verachtung und Mord leiden.  

In einem Brief aus dem Jahre 1919, - mehr als 10 Jahre vor seiner Machtergreifung  - schreibt Adolf Hitler : Der Antisemitismus .. wird in seiner letzten Form Ausdruck finden in der Form von Pogromen...Der Antisemitismus ...muß führen zur planmäßigen Bekämpfung und Beseitigung der Vorrechte der Juden. Sein letztes Ziel aber muß unverrückbar die Beseitigung der Juden überhaupt sein.

Mit Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 sollten seine Visionen grausame Wirklichkeit werden.


Mit Gesetzen wie dem „zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" das Juden aus allen Beamtenstellungen ausschloss, und dem „Reichsbürgergesetz" und „ Blutschutzgesetz ", der „Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens" und vielen anderen Gesetzen und Verordnungen wurde diese Politik in Schritten vollzogen. Während im „Reichsbürgergesetz" Juden zu Staatsbürgern zweiter Klasse erklärt wurden, verbot das „Blutschutzgesetz" Ehen und außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen „Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes".

Die Diskriminierung der Juden vor Ort begann Ende März/Anfang April 1933, nur zwei Wochen nach den letzten noch halbwegs demokratischen Wahlen.

In Geldern wurden die Schaufenster der Textilgeschäfte „David" und „Franken" und das „Gelderner Kaufhaus" der Brüder Kaufmann mit antijüdischen Parolen beschmiert. Schwarze Plakate mit gelber Aufschrift wiesen jedermann darauf hin, dass die Geschäfte Juden gehörten. Zusätzlich schoben vor den Geschäften SA-Leute mit Schildern Wache, auf denen stand: „Deutsche, kauft nicht bei Juden."


Trotzdem ließen sich viele Bürger nicht davon abhalten, weiterhin in den jüdischen Geschäften einzukaufen, obwohl sie sogar beim Betreten der Läden fotografiert und ihre Namen notiert wurden. Selbst Beamte waren darunter, was den als NSDAP-Fanatiker berüchtigten Kreisleiter Hamacher besonders erzürnte:

„Wir werden künftig in allen Fällen solche Beamte, die bei Juden kaufen, öffentlich in der Presse rücksichtslos brandmarken".


Die Geschäfte der Familien Kaufmann , Hartstraße 2 und Franken, Issumer Straße 1 - 5 wurden von ihren jüdischen Besitzern aufgegeben. Am 11. September 1936 verkündete eine Anzeige in der Westdeutschen Landeszeitung mit gehässiger Genugtuung: „Ein neuer Name in Geldern! Das Kaufhaus Francken in arischem Besitz. Schließlich gilt es Alexander Cain zu gedenken, des Besitzers der gleichnamigen Schuhfabrik an der Issumer Straße. Er erlag dem Druck der „Arisierer" 1937 und zog es trotz seiner 69 Jahre vor, in die USA zu emigrieren. Der Kaufmann Albert David zog nach Köln. Sein Sohn Paul war nach Holland gezogen


Auch den jüdischen Viehhändlern im Umland ging es nicht besser : über Nacht standen sie vor dem Aus, wenn ihnen aus fadenscheinlichen Gründen ein „Widerruf“ zugestellt worden war.


Diese erste „Arisierungsphase" traf, wie wir gehört haben, die Gelderner jüdische Geschäftswelt mit Wucht und ließ in aller Öffentlichkeit erleben, in welche Richtung die Nazis tendierten.

Juden und die,die bei Juden einkauften wurden öffentlich  im Stürmer, einem NS- Kampfblatt, welches in Schaukästen aushing, denunziert. Auf der Titelseite verkündete der Satz : Juden sind unser Unglück!“ , worum es im Inhalt ging.

Wenn die nationalsozialistische Judenpolitik der ersten Jahre noch einem „vorsichtigen Kurs zwischen radikalen Tendenzen und erzwungenen Rücksichten' gefolgt war, so ließ man ab November 1938 (fast) alle Fesseln fallen.


Noch in den frühen Nachtstunden des 10. November 1938 erging, durch Göbbels fanatische Hetzrede in München vom Abend zuvor autorisiert, von den Gestapo-Dienststellen ein Katalog von Anordnungen an die Landräte, der mit der vielsagenden Feststellung eingeleitet wird: „Im Laufe der heutigen Nacht ... sind im ganzen Reich Demonstrationen gegen Juden zu erwarten."


Nach Mitternacht verschafften sich fünf zivilgekleidete SA-Leute Zugang zur Synagoge am Gelderner Nordwall und setzten sie mit Stroh, Brennholz und Teer in Brand. Die hinzugezogenen Feuerwehrleute erhielten die Anweisung, den Brand der Synagoge nicht zu löschen, sondern nur einzugreifen, wenn Gefahr für die Nachbarhäuser drohte. Als die Hitze übermächtig wurde, räumten Gestapoleute die obere Wohnung im Haus Nr. 37 und die Feuerwehr hielt das Dach des Hauses feucht, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern, was auch gelang. Die Synagoge jedoch, mit ihren vier minarettartigen Türmchen bis zuletzt einen Hauch orientalischer Pracht verbreitend, stellte am nächsten Morgen nur mehr einen rauchenden Schatten dar, aus dem der Synagogenvorsteher A. Passmann eine Handvoll verkohlter jüdischer Bücher auflas, die die Brandstifter mit Füßen getreten hatten." Die noch in Geldern verbliebenen Juden mußten die Ruine noch bis zum Februar des nächsten Jahres mit ertragen. 


Neben dem Zerstörungswerk an der Synagoge wurden bei zwei jüdischen Privathäusern Demolierungen vorgenommen. Auf der Bahnhofstraße 36 wurde der Viehhändler Gerson aus dem Schlaf gerissen, als die Fenster und anschließend die Möbel zerschlagen wurden. Gleiches geschah beim Viehhändler Davids auf dem Brühlschen Weg 23. Bei beiden wagten die umliegenden Bewohner es nicht, den bedrängten jüdischen Nachbarn zu helfen.

Gemäß den schon angesprochenen „Anordnungen, nach denen so viele Juden, insbesondere wohlhabende, festzunehmen (seien), als in den vorhandenen Hafträumen untergebracht werden können", wurden in allen Orten jüdische Mitbürger verhaftet und in die „örtlichen Haftzellen" verbracht. Sowohl Georg Gerson und sein Sohn Herbert als auch Gustav Davids und sein Sohn Fritz wurden verhaftet. Alle vier kamen in den nächsten Tagen ins KZ Dachau.


Aus dem KZ zurück, muß Fritz Davids schon zwei Monate später miterleben, wie schlimm es mittlerweile den Juden erging. Selbst vor dem Tod hat man nämlich keine Achtung mehr : Der Jude Willy Heymann war fast 84-jährig verstorben. Da ihn niemand begraben wollte oder konnte, lädt der 14-jährige Fritz die Leiche auf eine Schubkarre und fährt sie im Morgengrauen zum Boeckelter Weg auf den jüdischen Friedhof, wo er, ganz der ‚Würde" der Zeit entsprechend, dem alten Mann ein Grab schaufelt und den Kaddish spricht. Auch David Cain und Jakob Heymann wurden unter solchen entwürdigenden Umständen begraben.


Wie ausweg- und trostlos die Situation für die jüdischen Mitmenschen geworden war, wird daran deutlich dass sich selbst Kinder ohne ihre Eltern in den Zug nach Nijmwegen setzen und den Greueltaten der Nazis zu entkommen versuchen. Vielleicht lag die Ursache für die Flucht auch darin begründet, dass die Kinder jüdischen Glaubens mittlerweile die Schule verlassen mußten. Dazu der Reichserziehungsminister :

Nach der ruchlosen Mordnacht von Paris kann es keinem deutschen Lehrer und keiner deitschen Lehrerin mehr zugemutet werden,an jüdische Schulkinder Unterricht zu erteilen. Auch versteht es sich von selbst, dass es für deutsche Schülerinnen und Schüler unerträglich ist, mit Juden in einem Klassenraum zu sitzen… Selbst Erstklässler wurden von der Polizei aus dem Unterricht geholt…


Während jetzt viele jüdische Mitbürger noch mit staatlicher Erlaubnis auswandern können, glückt dies nicht allen Familien aus dem Gelderland.


„Geglückten" Fällen stehen zwei Fälle aus Geldern gegenüber, die die andere Seite der zu diesem Zeitpunkt von der Nazi-Führung „noch" forcierten Auswanderung zeigen: die der unüberwindbaren schikanösen Hürden. Sie verraten letztlich, dass es den Nazis längst darum ging, sich in den Besitz aller beweglichen und unbeweglichen Vermögen der Juden zu bringen.

Der verdiente Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges Georg Gerson" war aus dem KZ Dachau nur unter der Auflage entlassen worden, für sich, seine Frau und Sohn Herbert, der ebenfalls in Dachau einsaß, die Ausreise zu beantragen. Kaum wieder in Geldern, beantragte er die Ausreise in die Dominikanische Republik.

Sohn Herbert und Tochter Carola sollten nach Großbritannien emigrieren, um die teure Schiffspassage zu sparen. Eine Hypothekenschuld von 1850 M bei der Bausparkasse der Rheinprovinz wird ihnen jedoch zum Verhängnis. Obwohl ihr Haus auf der Bahnhofstraße als wertvolle Immobilie zu Gunsten von Stadtverwaltung und Bausparkasse zwangsversteigert wird, kann Gerson den oben genannten Fehlbetrag nicht aufbringen. Weil damit die Ausreisegenehmigung ungewiss ist, zieht die Familie Gerson zu Verwandten nach Essen. Von dort werden Georg Gerson und seine Frau Rosa nach Polen verschleppt, wo sie im KZ Izbica „verschollen" sind. Die Tochter Carola fährt alleine nach Holland da der Bruder noch in Dachau „festgehalten" wird. Im Juni 1943 greifen Nazis sie auf und liefern sie ins Lager Westerbork. Von dort kommt sie nach Auschwitz. Sie wird dort am 6. Oktober 1944 vergast. Bruder Herbert lebt nach seiner Entlassung bei seinen Eltern in Essen, seine Spuren verlieren sich im KZ Mauthausen.


Auch für die wenigen anderen jüdischen Menschen, die noch in Geldern,und Umgebung lebten, war ein menschenwürdiges Leben nicht mehr möglich. Verwaltung, Justiz, Partei und Vollzugsapparat zogen die Schlinge immer enger um den Hals der Juden. Waren in Geldern 1932 72 gemeldet, so am 1. Oktober 1939 nur noch zehn Personen. Die Westdeutsche Landzeitung jubilierte schon im Januar 1939 gehässig: „Dank nationalsozialistischer Politik steht das jüdische Element auch in der Kreisstadt auf dem Aussterbe-Etat."


Da angesichts des anstehenden Rußlandfeldzuges die Konfiszierung des jüdischen Vermögens „drängte", lag die Zusammenlegung der noch übrig gebliebenen jüdischen Menschen in gemeinsame Wohnunterkünfte nahe.

Adolf Passmann aus Geldern mußte nach Straelen, in die Klosterstraße 3 ziehen.


Im Herbst 1941 begannen die Nazis dann mit den Deportationen. Der erste in einem der größten Deportationszüge abgeschobene Jude ist Hans Passmann aus Geldern, er wird am 27. Oktober zusammen mit mehr als 250 Juden aus Essen ins KZ Litzmannstadt (Lodz) in Polen „evakuiert." Sein Tod ist für den 13. Februar 1942 festgehalten. Der für unsere Region wichtigste Transport ist für Dezember 1941 nach Riga projektiert. Aus Geldern wurde Ludwig Rotschild deportiert.Letztendlich lassen aus Geldern sieben Personen in Theresienstadt ihr Leben, 16 in Auschwitz, fünf in Izbica (Polen), fünf in Sobibor, zwei in Lodz, zwei in Minsk, einer in Maidanek, zwei sind ohne weitere Ortsangabe in Polen verschollen. Insgesamt sind aus Geldern 33 jüdische Menschen, aus Issum 11 und aus Straelen 15 in den Todeslagern des Ostens umgebracht worden.


Angesichts des unermesslichen Leids, das hinter diesen Zahlen steht, muss man es fast als ein Wunder betrachten, dass es überhaupt noch Überlebende gab: die Familie Devries aus Weeze und Salomon Katz aus Geldern. Er war im Dezember 1938 nach Amsterdam zu seinem Sohn Ludolf emigriert und kam 1943 ins KZ Westerbork. Von dort „verlegte" man ihn nach Theresienstadt. Er soll die Lagerhölle nicht zuletzt durch Lebensmittelpakete aus Geldern überstanden haben. Nach der Befreiung des Lagers Theresienstadt zog er wieder in die Niederlande, entschloss sich aber 1948, nach Geldern zurückzukehren, wo er bis zu seinem Tod am 11. November 1958 lebte.


Ich habe bewusst nur Berichte über Gelderner Juden wiedergegeben. Aber eines ist sicher : überall im Deutschland und in den deutsch besetzten Gebieten erging des den Juden ebenso schlimm. Das Ausmaß dieses Wahnsinnes ist unvorstellbar......


...


Zum Schicksal von Jeanette Passmann , wohnhaft gewesen in Geldern, Harttor 24


Das Ehepaar Passmann emigriert im Juli 1934 in die Niederlande und lebt in Roermond. Dort stirbt Hermann Passmann am 26. Januar 1935. Jeanette Passmann findet einen Schlepper, der ihr verspricht, sie gegen 10000 Gulden in die Schweiz zu bringen. Stattdessen wird sie am 15. Februar 1943 in Mechelen interniert und am 19. April 1943 mit dem Zug von Mechelen nach Auschwitz deportiert. Am 22. April 1943 kommen mit diesem Transport 507 Männer, 121 Jungen, 631 Frauen und 141 Mädchen, allesamt Juden, dort an. Nach der Selektion werden 276 Männer und 245 Frauen als Häftlinge ins Lager geschickt, die übrigen 879 Personen sofort in der Gaskammer umgebracht. 30. Juli 1943 Deportation ins KZ Natzweiler-Struthof. Dort am 11. oder 13. August 1943 ebenfalls in der Gaskammer ermordet.

Bei Jeanette Passmann handelte es sich um eines der Opfer von Juden des KZ Auschwitz, die auf Anordnung des an der Straßburger Universität lehrenden Anatom August Hirt mit Billigung Himmlers vergast, konserviert und in Hirts anatomischem Museum ausgestellt wurden. Aufgrund des weiteren Kriegsverlaufs sollte die Sammlung beseitigt werden, was aber nicht mehr gelang, und so konnten am 23. Oktober 1945 die Überreste von 86 Leichen bestattet werden. Wer diese Männer und Frauen gewesen sind, habe man bislang nicht gewusst. Mittels akribischer Recherchen, deren Ausgangspunkt eine Liste der eintätowierten KZ-Nummern war, ist es Hans- Joachim Lang gelungen, den Toten ihren Namen und ihre Identität wiederzugeben und sie als Menschen in ihre Lebenszusammenhänge zurückzuführen.


Hans-Joachim Lang

Die Namen der Nummern

Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren

ISBN-10 3455094643
ISBN-13 9783455094640







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Das Projekt „Geschichtsdetektive“ am Lise-Meitner-Gymnasium hat 1995/1996 das Schicksal der sogenannten „Schutzhäftlinge“ näher beleuchtet. Aus die Akte A 78, aufgehoben im Kreisarchiv in Geldern geht das Schicksal von 35 Menschen hervor, die allein im Jahr der Machtergreifung Hitlers, 1933 in „Schutzhaft“ gekommen sind .

Viele von ihnen wurden hier oft schwer mißhandelt. Ihnen wurde ärtzliche Versorgung verwehrt, so daß sie in der Haft schwer erkrankten und sie an ihren  Erkrankungen auch nach der Haftentlassung zu leiden hatten. Erwerbslosigkeit und Armut, ja auch der vorzeitiger Tod waren die Folge. Paul Holla, wohnhaft in Geldern und Mitglied der SPD Straelen war einer von ihnen.







                

                   Diese Menschen hatten im KZ nur eine Nummer.


Der Künstler Gunter Demnig hat mit seinen STOLPERSTEINEN aus den Nummern

wieder Namen gemacht.


 

Paul Holla

wohnhaft gewesen

in Geldern,

Herzogstraße 2

Rosalie Cain

wohnhaft gewesen

in Geldern,

Issumer Straße 53

Luise Nordheim

wohnhaft gewesen

in Geldern,

Westwall 6